Stricken und Lesen begleiten mich seit Jahrzehnten. Beides war immer da, beides war wichtig – aber es waren getrennte Welten. Das Stricken für die Hände und zum Abschalten. Das Lesen für den Kopf und zum Abtauchen. Bis Romantasy kam und beides miteinander verschmolz. Nicht geplant, nicht gesteuert. Es ist einfach passiert.

Zwei Welten, die zusammenwachsen

Ich bin Strickdesignerin, seit Jahrzehnten. Stricken ist meine Baseline, mein Handwerk, meine Art, mich auszudrücken. Und trotzdem hat sich in den letzten zwei Jahren etwas verändert. Nicht technisch – emotional. Durch Bücher wie A Court of Thorns and Roses, Fourth Wing, Iron Flame, Throne of Glass. Durch Romantasy. Es gab dazwischen ein paar Jahre, in denen das Lesen in den Hintergrund gerutscht war – Streamingdienste tauchten auf, es gab Serien nachzuholen, die man vorher nicht sehen konnte. Aber irgendwann war das gesättigt. Und das Lesen kam zurück. Stärker als vorher.

Was Romantasy mit dir macht

Es gibt einen viralen Text, der irgendwann auf TikTok die Runde machte. Sinngemäß: Diese Bücher haben die Richtung meines Lebens verändert. Sie haben dauerhaft meine Gehirnchemie verändert. Sie haben etwas in mir geweckt, das tief vergraben war, und mir gezeigt, welcher Mensch ich eigentlich sein will. Sie haben einen Teil von mir geheilt, von dem ich nicht mal wusste, dass er verletzt war. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: Das trifft zu hundert Prozent. Romantasy hat mich auf einer inneren Ebene verändert. Und seit ich darüber spreche, merke ich, dass es offenbar nicht nur mir so geht – sondern vielen.

Gefühle suchen eine Form

Beim Lesen von Romantasy und Dark Romance passiert etwas. Man verliebt sich in Figuren, in Book Boyfriends, in Charaktere, die nicht mehr loslassen. Namen, die zu Gefühlen werden. Schwärmereien, Sehnsucht, dieses Ziehen in der Brust, das einfach nicht verschwinden will. Man will in diesen Empfindungen verweilen, weil sie so gut tun – weil man sie im echten Leben oft nicht zeigt oder gar nicht so hat. Man träumt, man sehnt sich, man trägt Figuren mit sich herum, als wären sie real.

Und dann entsteht das Bedürfnis, etwas damit zu machen. Bei mir jedenfalls – ich konnte nicht einfach nur weiterlesen. Ich musste diese starken Gefühle, diese Schwärmereien verarbeiten, begreifen, festhalten. Nicht um sie loszuwerden. Genau das Gegenteil: um sie zu behalten.

Schattenstrick als Sprache

Also habe ich angefangen, Designs zu entwickeln, die Echos dieser Geschichten sind. Schattenstrick – das Spiel mit Licht und Dunkel, mit Mustern, die sich erst aus der richtigen Perspektive zeigen. Muster, die Szenen enthalten, Charaktere, Zitate aus Romantasy-Büchern. Ich habe Figuren gespürt, während ich entworfen habe. Ich habe Szenen weitergesponnen beim Stricken. Es ist eine wunderbare Methode: Geschichten, Garn, Sehnsüchte, Maschen – wenn du einmal in dieser Verbindung bist, willst du darin bleiben, weil es unfassbar gut tut.

Ein neues Buch, ein neues Kapitel, ein neuer Dialog – und plötzlich entstehen Ideen für ein Design, eine Richtung, ein neues Stück. Schattenstrick ist dabei die perfekte Technik. Hell und dunkel, sichtbar und verborgen, wie die Geschichten selbst. Was auf den ersten Blick nach schlichtem Muster aussieht, zeigt unter dem richtigen Licht etwas ganz anderes. Genau so funktionieren auch die besten Romantasy-Bücher.

Nicht trotz der Bücher – sondern deswegen

Das Faszinierende ist: Ich stricke heute nicht mehr trotz intensiver Bücher, sondern deswegen. Stricken ist eine Art, Gefühle weiterleben zu lassen. Das gilt nicht nur für Bücher – es kann genauso eine Serie sein, ein Musikstück, irgendetwas, das etwas in dir auslöst. Aber bei mir ist es das Lesen. Und Schattenstrick ist die Sprache, in der ich diese Gefühle festhalte. Aus Gefühlen Form machen – das ist es, was mich antreibt.

Ich bin mir sicher, dass viele von euch das kennen. Vielleicht nicht bewusst, aber ihr bringt Dinge, die euch bewegen, in eure Strickstücke hinein. Wenn ihr ausprobieren wollt, wie sich das anfühlt – Emotionen in Muster zu übersetzen – dann schaut euch meine Schattenstrick-Kissen an. Sie sind genau so entstanden: aus Büchern, aus Gefühlen, aus dem Wunsch, etwas Bleibendes daraus zu machen. Ein guter Anfang, wenn ihr Schattenstrick und Romantasy selbst verbinden wollt.

Passende Garne aus dem Shop

Schattenstrick lebt vom Kontrast – und von Garnen, die Struktur sichtbar machen. The Merry Merino 140 bringt genau die richtige Tiefe für helle und dunkle Töne. 

Claudia Wersing
Getaggt: Design Inspiration