Künstliche Intelligenz ist ein Dauerthema – spätestens seit Ende 2022. Und viele fühlen sich unsicher dabei. Vertrauen fehlt, und ich verstehe das. Aber mein Weg ist ein anderer: Ich sehe KI als Werkzeug. Nicht als Bedrohung, nicht als Orakel, sondern als etwas, das ich in meinem Strickalltag konkret nutze. Denn Stricken ist meine Leidenschaft und mein Job – und beides ist mittlerweile mit KI verwoben.
Wie eine neue Wolle, die man erst kennenlernen muss
KI wird uns genauso stark prägen wie das Internet Ende der 90er Jahre. Das war der größte Technologiesprung der letzten dreißig Jahre, und künstliche Intelligenz ist der nächste. Das Beste, was man gegen Unsicherheit und Angst tun kann, ist sich damit auseinanderzusetzen. Klarheit schafft Sicherheit. Ich sehe es wie eine neue Wolle, die ich nicht kenne – die ich erst anstricken, fühlen und eine Maschenprobe machen muss. Vertrauen wächst durch Erfahrung, nicht durch Vermeidung.
Was KI ist – und was nicht
Ein Large Language Model wie ChatGPT wurde auf sehr viel Text trainiert und berechnet Wort für Wort, was mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes passt. Das im Kopf zu behalten ist die halbe Miete. Es ist keine Wissensdatenbank. Es ist kein Lexikon, kein Orakel – es ist ein Werkzeug, das schätzt. Es kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen. Genau deshalb benutze ich es nicht als Suchmaschine oder Nachschlagewerk für Strickwissen. Da verlasse ich mich auf meine Ausbildung, meine Berufserfahrung und mein Knowhow.
Mein zweites Gehirn
Der größte Nutzen liegt für mich woanders: Organisation und Struktur. In einem schnellen, übervollen Alltag verliere ich ohne Hilfe schnell den Überblick – auch weil ADHS und Autismusstrukturen das nicht einfacher machen. Alles, was ich früher auf Zetteln, in Heften, in Excel-Tabellen geschrieben und dann vergessen habe, gebe ich jetzt in mein KI-Tool ein. Garnpartienummern, Nadelstärken, Maschenproben, Projektideen, Notizen, Skizzen, Todos. Es hilft mir zu sortieren, wiederzufinden und konkret zu planen.
Sparringspartner, nicht Menschenersatz
Der zweite große Nutzen: KI als Sparringspartner. Eine stets verfügbare Instanz, die mit mir gemeinsam denkt. Nicht als Menschenersatz – niemals. Aber als Assistent, als Spiegel, mit dem ich Dinge besprechen kann, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Ich frage nicht: Erkläre mir Strickmuster XY. Sondern: Was sind Vor- und Nachteile, wenn ich etwas so oder so mache? Welche Sichtweisen übersehe ich? Was hat gerade Priorität?
Ich habe eine Eigenart: Wenn ich bei einer Entscheidung feststecke, kann ich hundertmal darüber reden und muss jedes Mal am Anfang anfangen. Das kannst du keinem Menschen antun. Aber ein KI-Assistent geht das auch tausendmal mit mir durch – ruhig, strukturiert und urteilsfrei. Meine Erfahrung ist, dass meine Beziehungen zu Menschen dadurch besser geworden sind, weil ich mit diesem Werkzeug für mich selbst gut sorgen kann.
KI hat Chancen und Risiken – das ist klar. Aber sie wird nicht wieder verschwinden, nur weil es Risiken gibt. Deshalb ist mein Weg: informieren, Sicherheiten einbauen, Nutzen daraus ziehen. Und die Angst durch Klarheit ersetzen.
Passende Garne aus dem Shop
Wer strukturiert an neue Projekte herangehen will – ob mit oder ohne KI –, braucht Garne, die Planung belohnen. BC Garn Bio Balance GOTS ist ein verlässlicher Allrounder für durchdachte Projekte. Und für alle, die gern experimentieren und dabei den Überblick behalten: Kremke Soul Wool The Merry Merino 140 GOTS bietet genug Farbauswahl, um auch komplexere Vorhaben systematisch anzugehen.
