Wasche deinen Wollpullover mit enzymfreiem Wollwaschmittel in kaltem bis handwarmem Wasser um 30 Grad, lass ihn liegen statt zu reiben und spüle ihn mit gleich warmem Wasser aus. Danach drückst du das Wasser vorsichtig heraus und lässt ihn liegend trocknen, ohne ihn auszuwringen. Oft reicht vorher schon Lüften; die Handwäsche zeige ich dir im Video „Wie man Selbstgestricktes wäscht“.

Bei Handgestricktem richtest du dich nach der Banderole des Garns, bei einem gekauften Pullover nach dem eingenähten Pflegeetikett.

Muss ich meinen Wollpullover überhaupt waschen?

Schau ihn dir zuerst an. Nimm lose Fasern ab und prüfe, ob er wirklich eine Wäsche braucht. Ich lüfte meine Stricksachen viel, auch bei feuchter Luft. Ein einzelner Fleck muss nicht gleich bedeuten, dass der ganze Pullover ins Wasser kommt.

Bei einem Fleck tupfe ich etwas Wollwaschmittel auf die Stelle, lasse es etwa 15 Minuten einwirken und spüle es mit klarem Wasser aus. Dann drücke ich das Wasser vorsichtig heraus und lasse die Stelle trocknen. Nicht rubbeln.

Wie oft du waschen musst, entscheidet sich am getragenen Pullover. Einen festen Rhythmus nach einer bestimmten Zahl von Tragetagen brauchst du dafür nicht.

Wollpullover von Hand waschen: Schritt für Schritt

Ich wasche meine Pullover von Hand. Dabei benutze ich ein Wäschenetz, also einen verschließbaren Beutel für empfindliche Wäsche. Das Netz hält den nassen Pullover zusammen. Mein Pullover Nora wiegt trocken etwa 500 g, nass sind es über drei Kilo. Wenn du ihn dann einfach an einer Stelle hochziehst, hängt dieses Gewicht am Gestrick.

  1. Lass kaltes bis handwarmes Wasser einlaufen, um die 30 Grad. Gib nur wenige Spritzer Wollwaschmittel dazu.

  2. Stecke den Pullover in ein Wäschenetz und schließe es. Auch bei der Handwäsche bleibt er darin.

  3. Tauche ihn unter und lass ihn etwa 15 bis 20 Minuten im Wasser liegen. Bewege ihn höchstens sanft. Nicht reiben, kneten oder gegeneinander scheuern.

  4. Spüle mit gleich warmem, klarem Wasser nach, bis das Waschmittel ausgespült ist. Lass den Pullover dabei im Netz.

  5. Lass das Wasser zunächst von allein ablaufen. Lege den Pullover dann zwischen Handtücher und lass sie Wasser aufnehmen. Drücke den Rest sanft heraus, ohne das Gestrick zu verdrehen oder auszuwringen.

Im Video kannst du dir die Handgriffe und den Umgang mit dem nassen Pullover ansehen. Das gezeigte Modell ist Nora; zum Stricken findest du auch das Nora-Video und den Ratgeber Pullover stricken für Anfänger.

Wollpullover in der Waschmaschine waschen

Die Waschmaschine kommt infrage, wenn die Banderole oder das Pflegeetikett die Maschinenwäsche erlaubt und deine Maschine ein verlässliches Wollprogramm hat. Maschinenwaschbar heißt nicht, dass jedes Programm passt.

Drehe den Pullover auf links, stecke ihn in ein Wäschenetz und nimm Wollwaschmittel ohne Weichspüler. Wähle das Wollprogramm mit der erlaubten Temperatur und niedriger Schleuderzahl. Was eine Superwash-Ausrüstung bei Wollgarn bedeutet, erkläre ich im Beitrag Was ist Superwash?

Ich selbst traue meiner Maschine beim Waschen nicht und bleibe bei der Handwäsche. Ein Zwischenweg ist, von Hand zu waschen und anschließend im Netz in der Maschine zu schleudern. Dafür muss der Pullover ganz abgekühlt und das Waschmittel vollständig ausgespült sein. Bei Kaschmir und anderen kurzen, feinen Fasern rate ich dabei zur Vorsicht, weil sie verfilzen können.

Welches Waschmittel für Wolle?

Nimm ein enzymfreies Wollwaschmittel. Wolle besteht aus Eiweiß. Proteasen sind Enzyme, die Eiweiß abbauen, und gehören deshalb nicht in die Wäsche deines Wollpullovers.

Ich achte bei Wollwaschmittel darauf, dass es biologisch abbaubar, rückfettend, schonend und ohne Weichspüler ist. Im Shop findest du Knools Wool Care. Zusätzlichen Weichspüler brauchst du nicht.

Wollpullover richtig trocknen

Ein nasser Wollpullover gehört liegend auf eine Unterlage. Hänge ihn nicht auf: Sein eigenes Gewicht kann ihn in die Länge ziehen. Mein Nora-Pullover wiegt selbst nach dem Ausdrücken noch über 1.000 g.

Ich ziehe ihn deshalb nach dem Waschen nicht glatt. Ich schiebe das Gestrick auf der Unterlage etwas zusammen und lasse es so trocknen, damit die Faser in ihre Form zurückgehen kann. Erst kurz bevor der Pullover ganz trocken ist, lege ich ihn glatt hin.

Lege ihn weder auf die Heizung noch in die pralle Sonne. Lass ihm Zeit, bis er vollständig trocken ist.

Als Unterlage kannst du ein Handtuch nehmen. Im Shop gibt es auch ein saugfähiges Handtuch, einen liegenden Pullovertrockner und Wäschenetze.

Waschen und Spannen sind zwei verschiedene Arbeitsschritte. Wenn du bei einem fertigen Strickstück gezielt ein Muster öffnen oder Kanten ausrichten möchtest, findest du das im Ratgeber Blocken und Spannen.

Warum Wolle filzt

Wollfasern haben eine Schuppenstruktur. Bei Wärme und Reibung können sich die Fasern ineinander verhaken und immer dichter zusammenschieben. Auch ein abrupter Wechsel der Wassertemperatur kann dazu beitragen. Das Gestrick wird fester und kleiner.

Deshalb reicht es nicht, nur auf die Gradzahl zu schauen. Auch bei 30 Grad bleibt Reiben ungünstig. Lass den Pullover im Wasser liegen, spüle gleich warm und wringe ihn nicht aus.

Verfilzen lässt sich nicht rückgängig machen. Meinen Rettungsversuch an einer verfilzten Jacke kannst du im Strickpodcast #9 ansehen. Wie ich dabei vorgegangen bin und was du bei einem eingelaufenen Pullover noch herausholen kannst, steht im Ratgeber Wollpullover eingelaufen.

Waschen schafft Charakter: meine Meinung

Ich möchte meine Stricksachen tragen und benutzen. Dazu gehört auch, sie zu waschen, wenn sie es brauchen. „Waschen schafft Charakter“ und „Geschont zu Tode“ sind meine Gedanken dazu im Strickcast „Warum filzt Wolle?“. Pflege soll dafür sorgen, dass du deinen Pullover weiter gern trägst. Sie muss kein Grund sein, ihn im Schrank liegen zu lassen.

Häufige Fragen zum Wollpullover-Waschen

Wie oft muss man einen Wollpullover waschen?

Prüfe nach dem Tragen, ob Lüften reicht oder ob der Pullover eine Wäsche braucht. Einzelne Flecken kannst du gezielt behandeln; einen festen Rhythmus nach Tragetagen gibt es hier nicht.

Bei welcher Temperatur wäscht man Wolle?

Für die gezeigte Handwäsche nimmst du kaltes bis handwarmes Wasser um 30 Grad und spülst gleich warm. Maßgeblich sind die Pflegeangaben auf der Garnbanderole oder am gekauften Pullover.

Kann man einen Wollpullover in der Waschmaschine waschen?

Wenn die Pflegeangaben es erlauben und die Maschine ein verlässliches Wollprogramm hat. Nimm Wollwaschmittel, ein Wäschenetz und eine niedrige Schleuderzahl.

Warum kein normales Waschmittel für Wolle?

Waschmittel mit Proteasen können die Eiweißfasern der Wolle angreifen. Nimm deshalb ein enzymfreies Wollwaschmittel und keinen Weichspüler.

Darf Wolle mit Weichspüler gewaschen werden?

Nein. Nimm ein Wollwaschmittel ohne Weichspüler, auch im Wollprogramm der Maschine. Zusätzlichen Weichspüler brauchst du nicht.

Wie trocknet man einen Wollpullover, ohne dass er schrumpft oder ausleiert?

Lass ihn liegend trocknen, ohne Heizung und pralle Sonne. Ich schiebe das feuchte Gestrick zunächst etwas zusammen und lege es erst kurz vor dem vollständigen Trocknen glatt hin; hängend kann das Gewicht den Pullover dehnen.

Für gestrickte Socken findest du die Schritte im eigenen Ratgeber Wollsocken waschen.

- Claudia Wersing