Bevor deine Winterpullover in die Sommerpause gehen, siehst du jedes Teil durch, lüftest es oder wäschst es, wenn es nötig ist, und besserst kleine Schäden aus. Dann lagerst du es sauber, ganz trocken, liegend und eher dunkel, mit einer Barriere gegen Motten. So mache ich das jedes Frühjahr, und im Herbst kommt alles frisch wieder heraus.
Warum einlagern? · Sortieren · Prüfen · Lüften statt waschen · Ausbessern · Richtig lagern · Vakuumbeutel? · Häufige Fragen
Warum überhaupt einlagern?
Ich wechsle zweimal im Jahr: im Frühling von Winter auf Sommer, im Herbst zurück. Ein Winterpullover, den du ein halbes Jahr nicht bewegst und nicht anschaust, ist Feuchtigkeit, Motten und im schlimmsten Fall Schimmel ausgesetzt. Wer vorher sorgfältig einlagert, verringert diese Risiken. Dazu kommt Platz: Im Schrank liegt nur, was gerade dran ist, nichts wird gequetscht, und es entstehen keine dicken Falten oder Bruchstellen.
Und im Herbst ist es fast wie eine neue Garderobe. Viele Teile hat man ein halbes Jahr nicht gesehen und freut sich richtig darauf.
Schritt 1: Winter und Ganzjahr trennen
Ich mache zwei Stapel. Auf den einen kommt alles, was eindeutig Winter ist, die dicken, flauschigen Pullover, die schon im Winter manchmal zu warm waren. Auf den anderen kommt, was ich auch im Frühjahr und Sommer tragen werde. Eingelagert wird nur der erste Stapel.
Schritt 2: Jedes Teil prüfen
Dann gehe ich diesen Stapel Teil für Teil durch, bei Tageslicht und in Ruhe. Ich hänge jedes Stück auf die Büste oder lege es hin und schaue es von allen Seiten an: Sind Löcher darin, ausgefranste Nähte, gezogene Fäden? Hat sich etwas verfärbt oder ausgeleiert? Besonders genau sehe ich mir Seitennähte, Ellbogen und die Innenseiten an. Ich mache das portionsweise, oft über mehrere Wochen, weil ich dabei nicht hetzen will.
In meine Kleiderkammer kommt nichts, was ich nicht geprüft habe. Alles, woran etwas zu tun ist, kommt auf einen zweiten Stapel.
Schritt 3: Lüften statt waschen
Muss alles vor dem Einlagern gewaschen werden? Nein. Jede Wäsche strapaziert die Faser. Ist ein Teil nicht wirklich schmutzig, reicht bei Wolle meist frische Luft. Wolle nimmt Gerüche auf und gibt sie an der Luft wieder ab, und das natürliche Wollfett hält Schmutz an der Oberfläche.
So lüfte ich: Ich hänge die Teile einige Stunden bis über Nacht nach draußen, bei Regen unters Vordach. Wenn ich es vergesse und sie zwei, drei Tage hängen, schadet das nicht. Ohne Garten geht auch ein Badezimmer mit offenem Fenster, notfalls mit etwas Wasser aus der Sprühflasche. Je stärker ein Teil riecht, desto länger lüftest du. Danach trocknet es drinnen vollständig, nicht in der prallen Sonne.
Gewaschen wird bei mir, was wirklich schmutzig ist, was ausgeleiert ist und Stücke, die ich oft getragen habe. An Achseln, Kragen und Bündchen setzen sich Schweiß und Hautfett fest, und genau dort fressen Mottenlarven am liebsten. Wie ich wasche, steht in Wollpullover waschen.
Schritt 4: Ausbessern
Den zweiten Stapel arbeite ich Stück für Stück ab:
- Löcher stopfen und aufgegangene Nähte schließen.
- Pilling entfernen, wie in Pilling entfernen beschrieben.
- Lose Knöpfe wieder fest annähen.
- Flecken nur an der Stelle behandeln: etwas Wollwaschmittel darauf, einwirken lassen, ausspülen, trocknen.
- Taschen leeren.
- Ausgeleierte Teile waschen und auf dem Wäscheständer zusammenschieben, damit die Fasern wieder zurückspringen. Ein ausgeleierter Halsausschnitt bekommt ein Band zur Sicherung.
- Platt gedrückten Flausch bekomme ich durch eine Wäsche wieder locker.
Schritt 5: Richtig lagern

In meiner Kleiderkammer liegen in jedem Fach nur ein bis drei Teile.
Wo: trocken, eher dunkel, nicht in der prallen Sonne und nicht muffig. Das kann eine Kammer sein, ein Abstellraum, ein trockener Keller oder eine Textilbox unter dem Bett. Meine Wintersachen liegen in einer kleinen Kleiderkammer unterm Dach.
Wie: Strick lagere ich immer liegend, nie auf dem Bügel. In jedem Fach liegen nur ein bis drei gefaltete Teile, damit nichts gequetscht wird.
Luftig oder dicht verpackt: Getragenes lagere ich nicht luftdicht und schon gar nicht in Plastikbeuteln. Steckt noch etwas Feuchtigkeit im Gestrick, kann sie nicht heraus, und es fängt an zu riechen oder sogar zu schimmeln. Meine Teile liegen deshalb in offenen Stoffregalen. Der andere Weg ist ein gut verschlossener Kleidersack oder eine Box. Egal welcher Weg: Hinein kommt nur, was sauber und ganz trocken ist.
Motten: Vor meinen Regalen hängen feine Netze, die Luft durchlassen, aber keine Motte. Lavendel und Zedernholz lege ich zusätzlich dazu, einen vollständigen Schutz bieten sie aber nicht. Wie du Motten erkennst und was hilft, steht in Kleidermotten in Wolle.

Lavendelsäckchen lege ich zusätzlich in die Fächer.
Bewegen hilft auch: Nimm die Teile ab und zu heraus und schüttle sie aus. Was regelmäßig bewegt wird, bietet Motten keine ruhige Ecke.
Vakuumbeutel: ja oder nein?
Für getragenen Strick sind Vakuumbeutel nicht mein Weg, aus demselben Grund wie oben: luftdicht verpackt kann Restfeuchte nicht entweichen. Wenn du trotzdem welche nimmst, dann nur für saubere und vollständig trockene Stücke, und schau sie im Sommer zwischendurch an.
Garn aufbewahren
Bei unverstricktem Garn mache ich es anders. Das lagere ich luftdicht, manchmal einfach in der Tüte vom Hersteller, wenn ich sie noch gar nicht geöffnet habe. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Mehr dazu im Abschnitt Garnvorrat lagern.
Im Herbst wieder hervorholen
Das ist der schönste Moment. Wenn du im Frühjahr sorgfältig warst, holst du im Herbst Teile heraus, die frisch, sauber und weich sind. Du musst nichts mehr kontrollieren und kannst sie direkt anziehen. Und manches Lieblingsstück hattest du schon fast vergessen.
Frühjahrsputz hat eine lange Geschichte
Dass im Frühling ausgemistet wird, ist kein Zufall. Im Winter konnte man früher kaum lüften, und Holz- und Kohleöfen hinterließen Ruß, der sich auch in Textilien setzte. Sobald es wärmer wurde, wurde gelüftet, ausgeklopft, gewaschen, repariert und eingelagert. Mehr dazu erzähle ich im Strickcast „Frühjahrsputz ist 2000 Jahre alt“.
Häufige Fragen
Sollte man Wollpullover hängend oder liegend lagern?
Liegend. Ich lagere Strick immer liegend, locker gefaltet und ohne dass etwas darauf drückt.
Muss ich Pullover vor dem Einlagern waschen?
Nicht immer. Kaum getragene Teile reicht es zu lüften. Oft getragene oder schmutzige Stücke wäschst du, weil Motten Schweiß- und Hautfettstellen bevorzugen.
Kann man Wollpullover im Vakuumbeutel lagern?
Es geht, wenn sie sauber und völlig trocken sind. Ich lagere getragenen Strick lieber luftig hinter einem Netz, weil Restfeuchte im Beutel nicht entweichen kann.
Wo lagert man Winterkleidung im Sommer?
Trocken, eher dunkel und ohne pralle Sonne, zum Beispiel in einer Kammer, einem Abstellraum, einem trockenen Keller oder einer Box unter dem Bett.
Was hilft beim Einlagern gegen Motten?
Sauber einlagern, eine Barriere wie ein feines Netz oder ein verschlossener Kleidersack und regelmäßig nachsehen. Lavendel und Zedernholz sind nur eine Ergänzung.
Zum Waschen vor dem Einlagern nehme ich Knools Wool Care, flach trocknen kannst du auf dem Pop-up Dryer II. Knötchen entfernst du mit dem Fuzz Off Comb.
