Mit dem Maschenstich verbindest du zwei Reihen offener Maschen unsichtbar miteinander. Du nähst dabei den Verlauf der Maschen nach. So sieht die Verbindung am Ende aus wie gestrickt. Offene Maschen sind Maschen, die noch nicht abgekettet wurden. In englischen Anleitungen heißt der Stich auch Kitchener Stitch.

Im Video „Loop stricken ohne Rückseite“, ab dem Kapitel „Loop zusammennähen“ bei 6:37 zeige ich dir jeden Schritt mit orangefarbenem Kontrastgarn. Möchtest du Strickteile zusammennähen, deren seitliche Ränder du verbinden willst, nimm den Matratzenstich.

Wann du den Maschenstich brauchst

Schließe mit dem Maschenstich zum Beispiel einen Loop. Das ist ein Schal, dessen Enden zu einem Ring verbunden sind. Mit dem Maschenstich bleibt keine sichtbare Naht.

Beginne dafür mit einem provisorischen Anschlag. Den kannst du später wieder auflösen. Dabei werden die Maschen am Anfang deines Strickstücks wieder frei. Du verbindest sie dann mit den offenen Maschen vom anderen Ende. Wie du diesen Anschlag arbeitest, liest du unter Maschen anschlagen.

Auch Doubleface-Teile lassen sich im Maschenstich verbinden. Bei Doubleface strickst du zwei miteinander verbundene Seiten. Richte dich beim Schließen nach der Anleitung deines Modells.

Vorbereitung

Nimm beide Reihen offener Maschen auf je eine Stricknadel. Lege die Nadeln parallel gegeneinander. Die Spitzen zeigen in dieselbe Richtung. Das eine Strickteil liegt über den Nadeln, das andere darunter.

Zwei Loop-Enden mit offenen Maschen auf Stricknadeln vor dem Verbinden.

Die beiden Enden des Loops liegen noch getrennt. Ihre offenen Maschen sind auf Nadeln gesichert.

Fädle einen ausreichend langen Faden in eine Wollnadel. Nimm zum Üben einen Faden in einer anderen Farbe. So kannst du jeden Stich verfolgen. Am eigentlichen Strickstück verwendest du dein Originalgarn.

Maschenstich Schritt für Schritt bei glatt rechts

Richte dein Strickstück wie auf dem nächsten Bild aus. Die obere und die untere Maschenreihe liegen waagerecht vor dir. Bei glatt rechts siehst du kleine Maschen in V-Form. Die folgenden Richtungen beziehen sich auf diese Ansicht.

1. Die ersten beiden Stiche vorbereiten

  1. Stich mit der Wollnadel von unten nach oben durch die erste Masche der oberen Stricknadel.
  2. Stich danach von unten nach oben durch die erste Masche der unteren Stricknadel.

Lass diese beiden Maschen zunächst auf den Stricknadeln.

Die Nähnadel steckt im ersten Stich an der oberen pinken Stricknadel.

Die Wollnadel führt den orangefarbenen Faden durch die erste Masche an der oberen Nadel.

2. Oben zwei Maschen verbinden

Stich durch die erste Masche der oberen Reihe von oben nach unten. Das ist die Masche, durch die du schon den Vorbereitungsstich gemacht hast. Stich dann durch die nächste Masche von unten nach oben. Lass die beiden bearbeiteten Maschen von der Stricknadel gleiten.

Maschenstich mit orangefarbenem Garn: Die Nähnadel wird durch die Masche an der oberen Stricknadel geführt.

Die Wollnadel wird durch eine Masche der oberen Reihe geführt. Der orangefarbene Faden macht den Stich sichtbar.

3. Unten zwei Maschen verbinden

Wechsle zur unteren Reihe. Stich durch ihre erste Masche von oben nach unten. Stich durch die nächste Masche von unten nach oben. Lass auch diese beiden bearbeiteten Maschen von der Stricknadel gleiten.

Ziehe den Faden gleich auf die Größe der gestrickten Maschen. Ziehe ihn nicht so fest, dass sich die Verbindung zusammenzieht. Warte damit nicht bis zum Ende. Später lässt sich der Faden nur schwer durch die ganze Naht ziehen.

4. Abwechselnd oben und unten weiternähen

Gehe wieder zur oberen Reihe. Die zuletzt heruntergenommene Masche ist jetzt die erste Masche deines nächsten Stichpaars. Aus ihr kommt der Faden. Stich durch sie von oben nach unten. Stich dann durch die nächste Masche, die noch auf der Stricknadel liegt, von unten nach oben. Lass diese neue Masche von der Nadel gleiten.

Wiederhole das an der unteren Reihe. Nähe so abwechselnd oben und unten weiter. Jede Masche wird zweimal durchstochen. Ziehe den Faden nach jedem Wechsel auf die passende Maschengröße.

Merke dir die Bewegung: von oben nach unten, von unten nach oben, herunterlassen. Es ist eine Schlängelbewegung.

Orangefarbene Maschen verbinden die beiden grauen Strickteile neben den pinken Nadeln.

Rechts neben den pinken Nadelspitzen verbinden die orangefarbenen Maschen die beiden Strickteile.

Maschenstich mit Kontrastgarn ab 6:37 ansehen. Ab 10:14 zeige ich die Verbindung mit dem Originalgarn.

So geht es schneller

Wenn ich nichts vorführen muss, lege ich mir einen Finger zwischen die beiden Stricknadeln. So kommst du schnell in die Schlängelbewegung. Ziehe den Faden dabei gleich auf die richtige Spannung.

Am Ende vernähen

Nähe bis zu den letzten Maschen weiter. Die beiden Reihen gehen am Ende auf. Nähe zur Sicherheit noch ein paar Maschen doppelt und vernähe den Faden.

Ich mache dafür gern aus einem Querfaden eine Schlinge. Das Fadenende ziehe ich in die Innenseite des Loops.

Nahaufnahme des grauen Loops nach dem Zusammennähen mit dem Originalgarn.

Der Loop ist mit dem Originalgarn geschlossen. Die Verbindung fällt im Maschenbild kaum auf.

Maschenstich bei kraus rechts und glatt links

Drehe glatt links gestrickte Teile auf die Rückseite. Dort kannst du sie wie glatt rechts verbinden.

Achte bei kraus rechts auf die letzte gestrickte Reihe: Das vordere Strickteil endet mit einer Rückreihe, das hintere mit einer Hinreihe.

Offene Maschen an einen Rand nähen

Verbinde offene Maschen mit einem seitlichen Strickrand durch eine Kombination aus Maschenstich und Matratzenstich. Dabei nähst du auf der einen Seite durch die offenen Maschen und auf der anderen durch den Strickrand. Die Faustregel für Maschen und Reihen findest du im Ratgeber zum Matratzenstich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Maschenstich und Matratzenstich?

Verbinde mit dem Maschenstich offene Maschen. Mit dem Matratzenstich verbindest du Strickränder, zum Beispiel die seitlichen Kanten eines Pullovers.

Warum sieht man meine Naht?

Prüfe zuerst die Fadenspannung. Ziehe jeden genähten Stich auf die Größe der gestrickten Maschen. Bleibt er zu locker, fällt er auf. Ziehst du zu fest, wird die Verbindung enger als das übrige Gestrick.

Kann ich damit ein Loch reparieren?

Ja, wenn nur ein einzelner Faden gerissen ist. Folge mit einem neuen Faden dem vorhandenen Maschenverlauf. Lass am Anfang ein Fadenende zum späteren Vernähen hängen.

Ein Loop zum Üben

Beim Loop Nordic Scholar beginnst du mit einem provisorischen Anschlag. Nach dem Stricken löst du ihn auf und verbindest die offenen Anfangsmaschen mit den stillgelegten Maschen vom Ende. So schließt du den Loop im Maschenstich.

- Claudia Wersing