Mit Magic Loop strickst du kleine Runden auf einer langen Rundstricknadel. Du ziehst das Seil zwischen den Maschen als Schlaufe heraus und verteilst die Maschen auf zwei Hälften. So kannst du Socken, Ärmel, Pulswärmer und Mützen ohne Nadelspiel stricken. Im Video Magic Loop am Ärmel zeige ich dir den Ablauf zuerst an einer kleinen Probe und danach am Ärmel.
Die passende Nadel · Maschen aufteilen · Eine Runde stricken · Übergänge gleichmäßig stricken
Welche Nadel du brauchst
Nimm eine lange Rundstricknadel mit einem biegsamen Seil. Im Magic-Loop-Video nenne ich mindestens 80 cm Nadellänge und verwende eine 100-cm-Nadel. Das Seil muss lang genug sein, damit neben den Maschen noch die Schlaufen bleiben. Bei einem weiteren Ärmel brauchst du dafür eine längere Nadel.
Die AddiClassic Lace Rundstricknadel findest du im Shop unter anderem in 80, 100 und 120 cm Länge. Diese Angaben bezeichnen die Gesamtlänge einschließlich der beiden Nadelspitzen. Wähle die Nadelstärke passend zu deiner Anleitung und Maschenprobe.
Weiteres Zubehör findest du unter Strickzubehör. Stricke für ein neues Projekt eine Maschenprobe, wasche sie und lass sie trocknen. Miss sie erst danach.
Maschen aufteilen und zur Runde schließen
Schlage zum Üben 20 Maschen an, wie in der kleinen Probe im Video. Für dein Projekt verwendest du die Maschenzahl deiner Anleitung. Den Anschlag erklärt dir Maschen anschlagen.
- Schiebe alle Maschen von der Nadelspitze auf das Seil.
- Zähle die Hälfte ab. Bei der Probe sind das zehn Maschen.
- Ziehe das Seil zwischen den beiden Hälften als Schlaufe heraus. Auf jeder Seite liegen nun gleich viele Maschen.
- Schiebe die beiden Maschenhälften auf die Nadelspitzen.
- Lege die Nadeln nebeneinander. Die Nadel mit dem Arbeitsfaden liegt unten, die andere oben. Prüfe, dass die Anschlagkante nicht um das Seil verdreht ist.

Das Seil ist zwischen den beiden Maschenhälften herausgezogen.
Stricke gleich mit dem Arbeitsfaden die erste Masche der oberen Nadel. Damit verbindest du Anfang und Ende des Anschlags zur Runde. Achte auch während der ersten Runden darauf, dass die Maschen nicht verdreht sind.
Weitere Möglichkeiten für den Rundenschluss zeigt Anschlag in Runden und fünf Tricks gegen die Anfangslücke.
Eine Runde stricken, Schritt für Schritt
1. Die untere Nadel herausziehen
Nimm den Arbeitsfaden in deine gewohnte Fadenhaltung. Ziehe die untere Nadelspitze nach rechts aus den Maschen heraus. Diese Maschen bleiben auf dem Seil liegen. Ziehe nur so weit, dass du mit der freien Spitze bequem stricken kannst. Die Schlaufe auf der anderen Seite bleibt bestehen.
2. Die erste Hälfte stricken
Stricke mit der freien Spitze alle Maschen der oberen Nadel ab. Für die Probe strickst du rechte Maschen. Bei deinem Projekt strickst du das Muster der Anleitung.

Mit der freigezogenen Spitze strickst du die erste Hälfte ab.
3. Die nächste Hälfte vorbereiten
Lass die leere Nadel los. Ziehe am Seil, um die wartenden Maschen nach vorn auf die Nadelspitze zu schieben. Drehe die Arbeit im Uhrzeigersinn. Die Nadel mit dem Arbeitsfaden liegt jetzt wieder unten.
Ziehe diese untere Nadel nach rechts heraus. Lass auf der anderen Seite wieder eine Schlaufe stehen.

Nach jeder Hälfte bereitest du die nächste Maschengruppe vor.
4. Die zweite Hälfte stricken
Stricke die Maschen der oberen Nadel ab. Wenn beide Hälften gestrickt sind, ist eine Runde fertig. Wiederhole dann denselben Ablauf: Maschen auf die Spitze schieben, drehen, untere Nadel herausziehen und die obere Hälfte abstricken.
Du brauchst den Arbeitsfaden beim Wechsel nicht jedes Mal loszulassen. Du kannst ihn in deiner gewohnten Fadenhaltung lassen.
Wenn die Maschen nicht auf die Spitze rutschen
Ziehe nach dem Drehen zuerst die nun untere Nadel heraus. Schiebe erst danach die wartenden Maschen der oberen Hälfte auf ihre Spitze. So müssen die Maschen nur auf einer Nadelspitze liegen. Diese umgestellte Reihenfolge zeige ich ebenfalls im Magic-Loop-Video.
Leitern an den Übergängen vermeiden
Ziehe den Arbeitsfaden bei der ersten Masche nach dem Drehen bewusst an. Halte die Masche beim Stricken stramm. Am Wechsel zwischen den beiden Hälften verändert sich die Fadenspannung. Dort können sonst lockere Maschen und sichtbare Lücken entstehen.
Im Magic-Loop-Video zeige ich diesen festen Übergang. Bleiben nach dem Stricken Unregelmäßigkeiten, ziehe das Gestrick vorsichtig etwas hin und her, um die Maschen auszugleichen.
Ein weiteres Video zum Thema ist Wie man Leitern beim Sockenstricken vermeidet.
Magic Loop oder Nadelspiel?
Mit Magic Loop liegen die Maschen auf einer langen Rundstricknadel. Ein Nadelspiel ist eine andere Möglichkeit, kleine Runden zu stricken. Du musst dich nicht auf eine Technik festlegen.
Wenn die Übergänge mit deinem Garn trotz Anziehen sehr ungleichmäßig bleiben und die Nacharbeit zu aufwendig wird, wechsle die Technik. Genau das empfehle ich im Magic-Loop-Video.
Für den Sockenaufbau hilft dir Socken stricken für Anfänger. Ärmel an einem Pullover von oben findest du im Ratgeber Raglan von oben berechnen.
Häufige Fragen
Welche Seillänge brauche ich für Magic Loop?
Beginne mit einer Rundstricknadel von mindestens 80 cm Gesamtlänge. Im Video verwende ich 100 cm. Neben den Maschen muss genug Seil für die Schlaufen übrig bleiben. Die Längenangaben bei der AddiClassic Lace schließen die Nadelspitzen ein.
Geht Magic Loop auch für Mützen?
Ja. Du kannst damit kleine Runden an Mützen, Socken, Ärmeln und Pulswärmern stricken. Teile die Maschen in zwei Hälften und arbeite die beiden Hälften nacheinander ab, wie im Video zur Magic-Loop-Methode.
Warum lassen sich meine Maschen nur schwer auf die Nadel schieben?
Wenn du sehr fest strickst, können die Maschen auf der Spitze klemmen. Ziehe beim Wechsel zuerst die untere Nadel heraus und schiebe dann die nächste Maschenhälfte auf die obere Spitze. Lass dabei die Schlaufe auf der anderen Seite stehen.
