Rechte und linke Maschen sind die beiden Grundmaschen beim Stricken. Eine rechte Masche sieht aus wie ein kleines V. Eine linke Masche erkennst du an einem kleinen Querbogen. Drehst du eine rechte Masche um, siehst du ihre linke Seite. Aus diesen beiden Ansichten entstehen glatte Flächen, Rippen und viele weitere Muster.

Stricke die Bewegungen in Ruhe mit. In meinem Videokurs Stricklexikon - Grundlagen zeige ich dir die einzelnen Maschenarten an den Nadeln.

Du hast noch keine Maschen auf der Nadel? Beginne mit Maschen anschlagen. Einen Überblick über die ersten Schritte findest du im Ratgeber Stricken lernen für Anfänger.

So strickst du eine rechte Masche

  1. Halte die Nadel mit den angeschlagenen Maschen in der linken Hand. Nimm die freie Nadel in die rechte Hand.
  2. Lege den Arbeitsfaden hinter die Nadeln. Das ist der Faden, der zum Knäuel führt.
  3. Stich mit der rechten Nadel von links nach rechts in den vorderen Teil der ersten Masche. Die rechte Nadel liegt dabei hinter der linken Nadel.
  4. Hole den Arbeitsfaden mit der rechten Nadel durch die Masche. Auf der rechten Nadel liegt jetzt eine neue Schlinge.
  5. Lass die alte Masche von der linken Nadel gleiten. Die neue Masche bleibt auf der rechten Nadel.

Wiederhole diese Schritte mit der nächsten Masche. Merke dir: Faden hinten, einstechen, durchholen, abgleiten lassen.

Rechte Masche: Die rechte Nadel steckt von vorn in der Masche, der Faden liegt hinten

Die rechte Nadel steckt in der Masche. Der Arbeitsfaden liegt hinter den Nadeln.

Rechte Masche: Der Faden wird durch die Masche geholt

Hole den Faden durch die Masche. Lass erst danach die alte Masche von der linken Nadel gleiten.

Rechte Maschen im Video ansehen, ab 1:04

So strickst du eine linke Masche

  1. Lege den Arbeitsfaden vor die Nadeln. Führe ihn dafür zwischen den Nadelspitzen nach vorn.
  2. Stich mit der rechten Nadel von rechts nach links in den vorderen Teil der ersten Masche. Die rechte Nadel liegt dabei vor der linken Nadel.
  3. Lege den Arbeitsfaden um die rechte Nadelspitze.
  4. Ziehe die neue Schlinge mit der rechten Nadel nach hinten durch die Masche.
  5. Lass die alte Masche von der linken Nadel gleiten. Die neue Masche bleibt rechts.

Merke dir: Faden vorn, einstechen, Faden umlegen, durchholen, abgleiten lassen. Wenn du zur rechten Masche wechselst, führe den Faden zwischen den Nadelspitzen wieder nach hinten.

Linke Masche: Der Arbeitsfaden liegt vor den Nadeln

Für die linke Masche liegt der Faden vor den Nadeln.

Linke Masche: Die rechte Nadel steckt von rechts nach links in der Masche

Stich von rechts nach links in die Masche. Die rechte Nadel bleibt vor der linken.

Linke Maschen im Video ansehen, ab 2:01

Rechte und linke Maschen erkennen

Schau dir eine einzelne Masche unterhalb der Nadel an. Siehst du zwei schräge Fäden, die unten zu einem V zusammenlaufen? Dann blickst du auf eine rechte Masche. Liegt ein kleiner Querbogen vor dir, siehst du eine linke Masche.

Dreh deine Probe um. Suche dieselbe Masche auf der anderen Seite. Aus dem V ist ein Querbogen geworden. Eine rechte und eine linke Masche sind zwei Seiten derselben Masche.

Schau danach eine ganze Maschenspalte entlang. Das sind die Maschen, die übereinanderliegen. So erkennst du leichter, ob die V oder die Querbögen auf der gerade sichtbaren Seite liegen.

Den vorderen und hinteren Fadenteil einer Masche nennt man Maschenschenkel. Diese Begriffe helfen dir später beim verschränkten Stricken. Ich zeige sie dir im Video Maschenbegriffe einfach erklärt.

Was aus rechten und linken Maschen wird

Stricke für diese Muster in Reihen hin und zurück. Am Ende jeder Reihe drehst du die Arbeit um. Die Hinreihe ist die Reihe auf der vorgesehenen Vorderseite. Die Rückreihe strickst du auf der Rückseite. Die Angaben in der Tabelle gelten jeweils für alle Maschen der Reihe.

Muster Hinreihe Rückreihe Wirkung
Kraus rechts rechts rechts Querliegende Rippen auf beiden Seiten
Kraus links links links Gleiche Musteroptik wie kraus rechts
Glatt rechts rechts links Kleine V auf der Vorderseite
Glatt links links rechts Querbögen auf der Vorderseite

Für kraus rechts strickst du also jede Reihe rechts. Strickst du lieber linke Maschen, kannst du die gleiche Musteroptik mit kraus links erreichen.

Lila Strickprobe in kraus rechts mit waagerechten Rippen

Kraus rechts: Die querliegenden Rippen entstehen, wenn du in Hin- und Rückreihen rechte Maschen strickst.

Türkise Strickprobe in glatt rechts mit Reihen kleiner V

Glatt rechts: Auf der Vorderseite stehen die kleinen V übereinander.

Glatt rechts und glatt links sind dasselbe Gestrick von zwei Seiten. Bei glatt rechts trägst du die V-Seite außen. Bei glatt links zeigt die Seite mit den Querbögen nach außen.

Rippen und Perlmuster

Wechsle rechte und linke Maschen innerhalb einer Reihe ab. Liegen die rechten Maschen in den folgenden Reihen wieder über rechten Maschen, entstehen senkrechte Rippen. Beim Perlmuster werden rechte und linke Maschen gegeneinander versetzt. Weitere Ideen zeige ich dir im Video Strukturmuster aus rechten und linken Maschen.

Glatt rechts in Runden

Stricke in Runden jede Masche rechts, wenn du glatt rechts möchtest. Du drehst die Arbeit am Rundenende nicht um und arbeitest immer auf derselben Seite. Die Tabelle für Hin- und Rückreihen lässt sich deshalb nicht unverändert auf Runden übertragen. Im Video Grundmuster von Reihen in Runden umsetzen zeige ich dir den Unterschied.

Wenn glatt rechts Rillen zeigt

Schau dir die Rückseite deiner glatt rechten Probe an. Fallen dort regelmäßig einzelne Reihen größer und lockerer aus? Dann strickst du rechte und linke Maschen unterschiedlich fest.

Finde zuerst heraus, welche Maschenart bei dir lockerer wird. Stricke dafür glatt rechts und wechsle nach jeweils zwei Reihen die Farbe. Beginne die neue Farbe immer mit der rechten Hinreihe. Die zweite Reihe derselben Farbe ist dann die linke Rückreihe. So kannst du auf der Rückseite zuordnen, welche Reihe lockerer ausfällt.

Passe danach die Fadenspannung an. Wickle den Faden für die lockerere Maschenart öfter um den Zeigefinger. Für die festere Maschenart kannst du eine Wicklung weniger ausprobieren.

Bei einer Rundstricknadel mit austauschbaren Spitzen kannst du auch zwei unterschiedlich dicke Spitzen verwenden. Stricke die zu lockeren Maschen mit der dünneren Spitze. Stricke die zu festen Maschen mit der dickeren. Probiere die Änderung an deiner kleinen Probe aus und vergleiche die Reihen.

Die einzelnen Schritte zeige ich dir im Video Rechte und linke Maschen bei glatt rechts ohne Rillen.

Weitere Maschenarten im Überblick

Verschränkte Masche

Stich für eine verschränkte Masche in den hinteren Maschenschenkel statt in den vorderen. Dadurch verdreht sich die Masche und wird fester. Das passt zum Beispiel zu Rippenbündchen oder zu rechten Maschen auf linkem Grund. Wenn dein glatt rechtes Gestrick ungewollt verdrehte Maschen zeigt, schau dir Frage 3 der zehn häufigsten Strickfragen an: Dort erzähle ich von einer Frau, die 16 Jahre lang verschränkt gestrickt hat.

Umschlag

Lege den Faden von vorn nach hinten über die rechte Nadel und stricke weiter. So entsteht eine zusätzliche Schlinge. Strickst du sie in der Rückreihe normal ab, bleibt ein Loch. Strickst du sie verschränkt ab, schließt sich das Loch. Umschläge brauchst du zum Beispiel für Zunahmen und Lochmuster. Beispiele zeige ich dir im Maschenarten-Video ab 11:33.

Hebemasche

Schiebe eine Masche von der linken auf die rechte Nadel, ohne sie zu stricken. Solche Hebemaschen bilden Muster in einer oder mehreren Farben. Probiere dazu meine Videos für Hebemaschen-Streifen oder Hebemaschen im Zickzack aus.

Tiefergestochene Masche

Stich in eine Masche unterhalb der aktuellen Reihe und stricke sie ab. Mit tiefergestochenen Maschen entstehen zum Beispiel Patentmuster und Falten. Anders als bei einer Hebemasche strickst du dabei eine neue Masche. Im Video Vollpatent in Reihen und Runden zeige ich dir Patent mit tiefergestochenen Maschen und mit Umschlägen.

Häufige Fragen zu rechten und linken Maschen

Was ist der Unterschied zwischen rechten und linken Maschen?

Bei rechten Maschen liegt der Faden hinter den Nadeln. Bei linken liegt er davor. Im Gestrick zeigt die rechte Seite ein V, die linke einen Querbogen. Drehst du die Masche um, siehst du jeweils die andere Seite.

Woran erkenne ich eine rechte Masche?

Suche das kleine V unterhalb der Nadel. Zwei schräge Fadenteile laufen unten zusammen. Ein Querbogen vor der Masche zeigt dir dagegen eine linke Masche.

Was ist kraus rechts, was glatt rechts?

Stricke für kraus rechts in Hin- und Rückreihen nur rechte Maschen. Für glatt rechts strickst du die Hinreihe rechts und die Rückreihe links. In Runden wird glatt rechts nur mit rechten Maschen gestrickt.

Was ist eine verschränkte Masche?

Eine verschränkte Masche wird durch den hinteren Maschenschenkel gestrickt. Ihre Fadenteile kreuzen sich. Sie wirkt dadurch verdreht und fester als eine normal gestrickte Masche.

Warum sieht meine linke Masche anders aus als die rechte?

Der Querbogen der linken Masche und das V der rechten sind ganz normal verschieden. Fallen aber ganze Reihen unterschiedlich groß aus, prüfe deine Fadenspannung. Rechte und linke Maschen können bei dir verschieden fest werden.

Übe die beiden Maschenarten zunächst an einer kleinen Probe. Für ein passendes Garn hilft dir mein Ratgeber zu Garnstärken. Wenn du später die Maschenzahl für dein Projekt bestimmen möchtest, wasche deine Maschenprobe, lass sie trocknen und miss sie erst dann. Der Maschenprobe-Rechner hilft dir beim Umrechnen. Lösungen für weitere Stolperstellen findest du unter Anfängerfehler beim Stricken.

- Claudia Wersing
Getaggt: Technik