Für passende Socken brauchst du mehr als die Schuhgröße: die Garnstärke, deine Maschenprobe und die Maße des Fußes. In unseren Sockentabellen findest du den Anschlag für 3-/4-faches, 6-faches und 8-faches Garn. Hier zeige ich dir, wie du die passende Spalte auswählst und merkst, wann du von den Tabellenwerten abweichen musst.

Miss Länge und Umfang getrennt

Stell den Fuß auf ein Blatt Papier und markiere die Ferse und den längsten Zeh. Miss den Abstand zwischen beiden Punkten. Miss beide Füße und richte dich bei unterschiedlicher Länge nach dem längeren. Das ist deine Fußlänge. Die Schuhgröße hilft dir, die passende Tabellenspalte zu finden, ist aber kein Ersatz für das Messen.

Für die Weite legst du ein Maßband um den Vorderfuß an seiner breitesten Stelle. Es soll anliegen, ohne einzuschneiden. Notiere zusätzlich, ob der Spann hoch ist. Zwei Füße können dieselbe Länge haben und trotzdem unterschiedlich viel Platz in einer Socke brauchen.

Wähle zuerst die Garnstärke

Öffne die Sockentabelle und wähle den Reiter für dein Garn. Erst danach suchst du die Schuhgröße. Die Angaben für 4-faches Garn lassen sich nicht einfach auf 6-faches übertragen. Auch die empfohlene Nadelstärke allein sagt dir nicht, welche Tabelle passt.

Die Tabellen beruhen auf bestimmten Maschenproben. Vergleiche diese mit deiner eigenen Probe, bevor du anschlägst. Die Tabellenwerte zur Ferse gelten für eine Käppchenferse mit Fersenwand. Wenn deine Anleitung eine andere Ferse verwendet, übernimmst du deren Fersenanweisungen.

Ein Beispiel: Größe 38/39 mit 4-fachem Garn

Im Reiter 3-/4-fach stehen für Größe 38/39 bei 30 Maschen und 42 Reihen oder Runden auf 10 cm: 60 Maschen für den Anschlag, 25,5 cm Fußlänge und 20,5 cm bis zum Beginn der Spitze. Das sind die Werte unserer Tabelle, keine Zusage für jeden Fuß dieser Schuhgröße.

Beim Nadelspiel verteilst du die 60 Maschen gleichmäßig auf vier Nadeln: je 15 Maschen. Ob diese Zahl auch zu deinem Muster passt, prüfst du in der Anleitung. Ein Rapport ist die Maschengruppe, die du immer wiederholst. Muss die Maschenzahl durch einen bestimmten Rapport teilbar sein, kann eine andere Verteilung nötig werden.

Die Differenz zwischen der gesamten Fußlänge und der Länge bis zur Spitze beträgt hier 5 cm. Diese Spitzenlänge gehört zur Tabellenplanung. Bei einer anderen Spitzenform oder einer abweichenden Maschenprobe kann sie anders ausfallen.

Warum die Maschenprobe die Weite verändert

Stricke die Probe mit deinem Sockengarn und deinen Nadeln in Runden. Wasche sie nach der Pflegeempfehlung des Garns, lass sie vollständig trocknen und miss ohne Zug in der Mitte. Zähle die Maschen auf 10 cm Breite.

Mit 30 Maschen auf 10 cm ergeben 60 Maschen rechnerisch 20 cm Umfang. Strickst du dagegen 28 Maschen auf 10 cm, ergeben dieselben 60 Maschen etwa 21,4 cm. Die Socke wird also weiter, obwohl du genau dieselbe Zahl angeschlagen hast.

Wenn du nach der Tabelle arbeiten möchtest, versuche zuerst, ihre Maschenprobe mit einer anderen Nadelstärke zu erreichen. Prüfe dabei auch, ob dir das Gestrick gefällt: dicht genug für den vorgesehenen Einsatz und noch elastisch. Beim Umrechnen von Umfang und Maschen hilft dir der Maschenprobe-Rechner. Er plant aber keine komplette Sockenferse für dich.

Wann du anprobieren solltest

Prüfe nach dem Bündchen, ob die Anschlagkante über die Ferse geht. Wenn nur die Kante stoppt, löst eine größere Maschenzahl möglicherweise nicht das eigentliche Problem. Dann brauchst du einen elastischeren Anschlag.

Probiere nach der Ferse erneut an. Die Ferse soll an ihrem Platz sitzen, und über dem Spann darf es nicht unangenehm ziehen. Verwende dafür ein ausreichend langes Nadelseil oder sichere die Maschen auf einem Faden. Bei hohem Spann kann eine Ferse mit Fersenwand und Spickel helfen. Wie du sie anpasst, hängt von der jeweiligen Anleitung ab.

Vor der Spitze prüfst du die Fußlänge noch einmal. Miss ab der Ferse und berücksichtige die Länge, die deine Spitzenkonstruktion noch hinzufügt. Stricke nicht erst die gesamte gewünschte Fußlänge und setze dann die Spitze daran.

Häufige Fragen zur Sockengröße

Reicht die Schuhgröße beim Verschenken?

Sie ist ein Ausgangspunkt. Wenn du kannst, frage zusätzlich nach Fußlänge, Fußweite und hohem Spann. Bei einem bekannten Lieblingspaar kannst du die Maße vergleichen. Eine passende Socke ist hilfreicher als ein Schuh, dessen Innenmaße du nicht kennst.

Kann ich die Käppchenwerte für eine Bumerangferse nehmen?

Die Anschlagzahl kann ein Ausgangspunkt bleiben, wenn Garn, Maschenprobe und Muster passen. Die Angaben für Fersenwand, Käppchen und Maschenaufnahme gehören jedoch zur Käppchenferse. Für eine Bumerangferse folgst du deren Anleitung.

Warum passen beide Socken unterschiedlich?

Vergleiche Maschenprobe, Rundenzahl und Maße. Schreib dir bei der ersten Socke Garn, Nadeln und alle Änderungen auf. So musst du bei der zweiten nichts erraten.

Mit der passenden Anleitung weiterstricken

Zum Nachschlagen öffnest du die Sockentabellen. Die einzelnen Handgriffe zeige ich dir im kostenlosen Sockenstrickkurs auf YouTube. Passende Sockenwolle findest du im Shop; ein Motiv aus meinen Anleitungen ist zum Beispiel Cosmic mit Mond und Stern.

Wenn Größe und Anschlag feststehen, helfen dir meine 30 Tipps zum Sockenstricken bei Fersenlücken, Nadelwechseln und Resten weiter.

Wenn die Länge stimmt, aber die Socke über dem Spann eng sitzt, lies im Ratgeber zur Sockenferse, welche Form mehr Platz bietet. Sockenferse wählen.

- Claudia Wersing