Eine passende Sockenferse hängt von deinem Fuß ab. Bei hohem Spann ist eine Ferse mit Fersenwand und Spickel ein guter Ausgangspunkt. Eine klassische Bumerangferse arbeitet mit verkürzten Reihen und bringt keinen solchen Spickel mit. Hier geht es darum, welche Konstruktion du auswählst und wie du beim Anprobieren erkennst, wo deine Socke mehr Platz braucht. Die Handgriffe zum Sockenstricken zeige ich dir im kostenlosen Sockenstrickkurs.

Schau zuerst auf die Stelle, die nicht passt

Bleibt die Socke schon beim Anziehen an der Bündchenkante hängen? Dann prüfe den Anschlag. Kannst du die Kante ausreichend dehnen, oder stoppt nur dieser schmale Rand? In diesem Fall hilft dir zuerst ein elastischerer Anschlag. Stricke nicht die ganze Socke weiter in der Hoffnung, dass die Ferse das später löst.

Geht das Bündchen über die Ferse, aber das Gestrick zieht über dem Spann, brauchst du an dieser Stelle mehr Raum. Der Spann ist die Oberseite deines Fußes zwischen Knöchel und Zehen. Ist die Socke dagegen am ganzen Fuß zu eng, prüfe deine Maschenprobe und die gewählte Maschenzahl.

Lege eine gut passende selbstgestrickte Socke daneben, wenn du eine hast. Vergleiche Bündchen, Fersenform und Fußweite. So hast du etwas in der Hand, an dem du den Unterschied sehen kannst.

Was unterscheidet die beiden Fersen?

Konstruktion So entsteht die Form Worauf du achtest
Käppchenferse Fersenwand, Käppchen und Spickel Die Anleitung muss genug Raum für deinen Spann vorsehen.
Klassische Bumerangferse Verkürzte Reihen über die Fersenmaschen Die klassische Form hat keinen zusätzlichen Spickel.

Bei der Käppchenferse strickst du zunächst eine Fersenwand in Hin- und Rückreihen. Das Käppchen formt die Unterseite der Ferse. Danach nimmst du seitlich Maschen auf. Die anschließenden Abnahmen bilden den Spickel, also den Übergang von der Ferse zur Fußweite.

Bei verkürzten Reihen wendest du, bevor du alle Maschen der Reihe gestrickt hast. Dadurch entsteht die Fersenform. Wie du an der Wendestelle arbeitest, steht in der jeweiligen Anleitung. Doppelmaschen und Wickelmaschen sind unterschiedliche Möglichkeiten; verwende die Technik, die dort erklärt wird.

Es gibt viele weitere Fersenformen und Varianten beider Konstruktionen. Vergleiche deshalb die konkrete Anleitung und nicht nur den Namen der Ferse.

Bei hohem Spann mit einer passenden Anleitung beginnen

Eine Fersenwand mit Spickel lässt sich gezielt auf den benötigten Raum abstimmen. Dabei gehören Fersenhöhe, Maschenaufnahme und Abnahmen zusammen. Wenn du die Fersenwand veränderst, verändert sich auch der Übergang zum Fuß. Nimm dafür eine Anleitung, die die Anpassung erklärt, und ändere nicht mehrere Stellen auf einmal.

Für eine klassische Bumerangferse genügt es nicht, einfach die Werte der Käppchenferse zu übernehmen. Die Konstruktion ist anders. Bleib zunächst bei der beschriebenen Ferse und prüfe ihren Sitz an deinem Fuß. Wenn sie über dem Spann zieht, wähle eine passende andere Konstruktion oder eine ausdrücklich angepasste Variante.

Zum Vergleich findest du bei addi eine Übersicht verschiedener Fersenformen. Für deine Socke brauchst du anschließend die vollständige Anleitung zu deiner gewählten Variante.

So probierst du an, ohne Maschen zu verlieren

Sichere die Maschen auf einem ausreichend langen Seil oder einem glatten Hilfsfaden. Die Öffnung muss sich beim Anziehen mitbewegen können. Spitze Nadeln sollen dabei nicht in den Fuß drücken. Zieh die Socke vorsichtig an und prüfe drei Stellen: die Bündchenkante, den Spann und den Sitz der Ferse.

Die Ferse soll dort sitzen, wo deine Ferse ist. Wenn du sie beim Anziehen weit nach vorne ziehen musst, damit die Socke über den Spann geht, stimmt die Passform noch nicht. Prüfe das direkt nach der fertig gearbeiteten Ferse beziehungsweise nach den Spickelabnahmen, bevor du den ganzen Fuß strickst.

Schreib dir auf, was du verändert hast: Nadeln, Maschenzahl, Reihen der Fersenwand und Abnahmerhythmus. Das zweite Exemplar strickst du dann nach diesen Notizen.

Die Sockentabelle richtig nutzen

In unseren Sockentabellen wählst du zuerst die Garnstärke und dann die Größe. Die Fersenwerte gehören zur dort vorgesehenen Käppchenferse. Eine andere Fersenkonstruktion braucht ihre eigenen Arbeitsschritte.

Prüfe vor dem Anschlag die Maschenprobe. Derselbe Anschlag wird weiter oder enger, wenn du lockerer oder fester strickst. Wasch die Probe nach der Pflegeempfehlung des Garns und miss sie erst, wenn sie trocken ist. Für die Umrechnung von Maschen und Maßen hilft dir der Maschenprobe-Rechner.

Häufige Fragen zur Sockenferse

Welche Ferse ist für Anfängerinnen besser?

Starte mit einer vollständigen Anleitung, die du Schritt für Schritt nachvollziehen kannst. Wenn du gleichzeitig Garn, Größe und Fersenkonstruktion wechselst, wird die Fehlersuche schwierig. Lerne zuerst eine Variante und prüfe sie beim Anprobieren.

Warum entstehen Löcher neben der Ferse?

Schau genau, wo das Loch sitzt. An einer Wendestelle prüfst du die Technik für die verkürzte Reihe. An der Maschenaufnahme neben der Fersenwand prüfst du den Übergang und die dort beschriebenen zusätzlichen Maschen. Beide Stellen werden anders gearbeitet.

Muss ich für einen hohen Spann den ganzen Fuß weiter stricken?

Prüfe zuerst, ob nur der Übergang an der Ferse zu eng ist. Die Fußweite und der Platz am Spann sind zwei verschiedene Stellen. Wähle eine Fersenanleitung, die den benötigten Raum dort einplant.

Mit der ausgewählten Ferse weiterstricken

Halte Sockentabelle und Fersenanleitung nebeneinander bereit. Weitere kleine Hilfen für Nadelwechsel, Fersenlücken und den zweiten Socken findest du in meinen 30 Tipps zum Sockenstricken. Wenn du das passende Garn suchst, schau in die Sockenwolle im Shop.

Bevor du die Ferse planst, prüfe Garnstärke, Fußlänge und Tabellenzeile im Ratgeber zur Sockengröße. Sockengröße bestimmen.

- Claudia Wersing