Eine verstärkte Ferse hält länger, weil die Ferse beim Tragen am meisten aushalten muss. Du kannst sie auf drei Wegen stabiler machen: Du wählst eine Ferse mit Fersenwand, du strickst die Fersenwand mit Hebemaschen, oder du strickst die Ferse mit einem zusätzlichen dünnen Faden. Eine fertige Socke kannst du auch nachträglich verstärken.
Alle Wege zeige ich dir im Video. Die Handgriffe zum Sockenstricken findest du in meinem kostenlosen Sockenkurs auf YouTube.
Die Fersenform · Fersenwand mit Hebemaschen · Beilauffaden · Nachträglich verstärken · Häufige Fragen
Warum die Ferse zuerst dünn wird
Die Ferse ist die Stelle, die beim Tragen am meisten abbekommt. Sie reibt ständig im Schuh und steht unter Druck. Dadurch scheuert sich das Garn dort am schnellsten dünn. Das passiert nicht nur bei selbstgestrickten Socken, sondern auch bei gekauften.
Wenn du die Ferse verstärkst, wird das Gestrick dort dichter und dicker. Es hält mehr Reibung aus, und deine Socken halten länger.
Die Fersenform entscheidet mit
Nicht jede Ferse ist gleich stabil. Eine Ferse mit Fersenwand hält länger als eine Bumerangferse. Die Fersenwand ist das Stück, das du hinten an der Ferse in Hin- und Rückreihen strickst. Danach kommen das Käppchen für die Unterseite der Ferse und der Zwickel, auch Spickel genannt. Er führt mit Abnahmen zurück zur normalen Fußweite. So sind die Herzchenferse und die klassische Käppchenferse aufgebaut.
Durch Fersenwand und Zwickel hat die Socke über Fußrücken und Spann genug Weite. Der Spann ist die Oberseite deines Fußes zwischen Knöchel und Zehen. Sie sitzt gut unter der Ferse und steht nicht so unter Spannung. Und was nicht spannt, hält länger.
Die Bumerangferse hat keine Fersenwand und keinen Zwickel. Sie ist schnell und schlicht gestrickt, hält bei starker Belastung aber weniger aus.

Weiß die Herzchenferse mit Fersenwand, daneben in Orange dieselbe Ferse als Bumerangferse.
Welche Ferse zu deinem Fuß passt, liest du im Ratgeber Sockenferse wählen: Käppchen oder Bumerang? Die Herzchenferse strickst du Schritt für Schritt im Ratgeber Socken stricken für Anfänger.
Fersenwand mit Hebemaschen stricken
Mit Hebemaschen wird die Fersenwand dicker und stabiler. Eine Hebemasche hebst du nur von der linken auf die rechte Nadel, ohne sie zu stricken. Das geht bei jeder Ferse mit Fersenwand, also bei der Herzchenferse und bei der Käppchenferse. Ich zeige es dir an der Käppchenferse.
Die Fersenwand strickst du über die Hälfte aller Maschen. Beim Nadelspiel sind das die Maschen von Nadel 1 und Nadel 4. Der Rundenbeginn liegt hinten in der Mitte der Socke. Die Maschen von Nadel 2 und 3 legst du still. Das heißt nur: Du strickst sie vorerst nicht mit.
- Stricke die Maschen von Nadel 1 rechts auf Nadel 4. Jetzt liegen alle Fersenmaschen auf einer Nadel.
- Wende. Jetzt kommt eine Rückreihe: Stricke die Randmasche rechts. Stricke alle anderen Maschen links bis zur letzten Masche. Stricke auch diese Randmasche rechts. So entsteht an beiden Seiten ein Knötchenrand: kleine Knötchen, aus denen du später für den Zwickel Maschen aufnimmst.
- Wende. Jetzt kommt eine Hinreihe mit Hebemaschen: Stricke die Randmasche rechts. Stricke dann eine Masche rechts und hebe die nächste Masche wie zum Rechtsstricken ab. Der Faden bleibt dabei hinter der Arbeit. Wechsle so über die ganze Reihe. Die letzte Masche vor dem Rand strickst du rechts, die Randmasche auch.
- Wiederhole Schritt 2 und Schritt 3, bis die Fersenwand hoch genug ist. In der Rückreihe strickst du auch die abgehobenen Maschen links.
Wie hoch die Fersenwand wird, steht in deiner Anleitung oder in unseren kostenlosen Sockentabellen. Dort liest du für deine Größe und dein Garn die Fersenwand in Reihen ab. Als Faustregel hat die Fersenwand 2 Reihen weniger, als sie Maschen hat. Bei 30 Fersenmaschen sind das 28 Reihen. Schau aber, wie es bei dir hinkommt.

Die fertige Fersenwand mit Hebemaschen. Die abgehobenen Maschen liegen als feine senkrechte Streifen im Gestrick.
Du siehst gleich, wie kompakt das Gestrick wird. Es ist dicker und stabiler als ein glatt rechts gestricktes Stück und hält mehr Abrieb aus. Und es sieht auch noch schön aus.
Danach strickst du ohne Hebemaschen weiter. Bei der Käppchenferse teilst du die Fersenmaschen in drei Teile. Geht es nicht glatt auf, kommen die übrigen Maschen in die Mitte, denn der Mittelteil wird das Käppchen. Wie viele Maschen das Käppchen hat, steht ebenfalls in den Sockentabellen. Käppchen und Zwickel strickst du wie gewohnt.
Die ganze Käppchenferse mit verstärkter Fersenwand zeige ich dir im Video: ab 1:15 die Fersenwand, ab 3:03 die Hebemaschen, ab 5:28 das Käppchen und ab 9:26 der Zwickel.
Mit Beilauffaden verstärken
Ein Beilauffaden ist ein zweiter, dünner Faden, den du zusammen mit deinem Sockengarn verstrickst. Du nimmst ihn nur für die Ferse dazu. Danach schneidest du ihn ab und strickst mit dem Sockengarn allein weiter.
Dafür eignet sich zum Beispiel Stopfgarn für Socken. Es ist zweifädig, schön dünn und trotzdem stabil genug. Meistens ist es zusammengesetzt wie Sockengarn: rund drei Viertel Schurwolle und ein Viertel Polyamid. Das Polyamid macht den Faden reißfest.
Du kannst auch beides kombinieren: Fersenwand mit Hebemaschen und Beilauffaden. So wird die Ferse besonders stark.
Fertige Socken nachträglich verstärken
Hast du schon ohne Verstärkung gestrickt? Dann kannst du einen Beilauffaden nachträglich einweben. Das ist viel Arbeit, geht aber. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn du merkst, dass die Ferse dünn wird.
- Drehe die Socke auf links. Jetzt siehst du innen die linken Maschen der Ferse.
- Fädle den Beilauffaden in eine Wollnadel.
- Webe ihn Reihe für Reihe durch die linken Maschen der Ferse. Oder du webst nur jede zweite Reihe ein.

Die Socke liegt auf links, die Wollnadel setzt an den linken Maschen der Ferse an.
Noch mehr Arbeit, aber auch möglich: Du nähst mit dem Beilauffaden den Maschenverlauf der Ferse nach, so wie beim Stopfen von Löchern. Wie du den Verlauf einer Masche mit der Nadel nachbildest, siehst du im Ratgeber Maschenstich.
Häufige Fragen
Was ist eine verstärkte Ferse?
Eine Ferse, deren Gestrick dichter oder dicker ist als der Rest der Socke. So hält sie die Reibung im Schuh länger aus. Du erreichst das mit Hebemaschen in der Fersenwand oder mit einem Beilauffaden.
Welche Ferse hält am längsten?
Eine Ferse mit Fersenwand, zum Beispiel die Herzchenferse oder die Käppchenferse. Sie ist stabiler als die Bumerangferse. Mit Hebemaschen in der Fersenwand wird sie noch haltbarer.
Wie stricke ich eine verstärkte Fersenwand?
In der Hinreihe strickst du die Randmasche rechts, dann im Wechsel eine Masche rechts und eine Masche wie zum Rechtsstricken abheben, zum Schluss die Randmasche rechts. In der Rückreihe strickst du die Randmaschen rechts und alle anderen Maschen links. Diese beiden Reihen wiederholst du.
Wie hoch wird die Fersenwand?
Das steht in deiner Anleitung oder in den Sockentabellen. Als Faustregel hat die Fersenwand 2 Reihen weniger, als sie Maschen hat.
Welchen Faden nehme ich als Beilauffaden?
Einen dünnen, stabilen Faden, zum Beispiel zweifädiges Stopfgarn für Socken. Meistens besteht es wie Sockengarn aus Schurwolle und Polyamid.
Kann ich eine fertige Socke noch verstärken?
Ja. Webe einen Beilauffaden auf der Innenseite durch die linken Maschen der Ferse. Das ist viel Arbeit, verlängert aber die Haltbarkeit auch nachträglich.
Für deine nächsten Socken
Such dir in den Sockentabellen deine Größe heraus und plane die Ferse gleich mit Verstärkung ein. Passendes Garn findest du in der Sockenwolle im Shop, zum Beispiel Proper Sock Solids, das Garn aus meinen Schattenstrick-Socken. Weitere Hilfen rund um die Ferse stehen in meinen 30 Tipps zum Sockenstricken, und wie du deine Socken pflegst, liest du unter Wollsocken waschen.
Deine Claudia 🖤
