Für den Anfang brauchst du nur wenig Strickzubehör: Stricknadeln passend zum Garn, eine Wollnadel, eine Schere, ein Maßband und ein paar Maschenmarkierer. Alles andere kaufst du dann, wenn ein Projekt es verlangt. Welche Werkzeuge ich selbst jeden Tag benutze und welche bei mir nur herumliegen, liest du hier.
Ich arbeite seit Jahrzehnten beruflich mit Stricken und Handarbeit und habe unzählige Tools ausprobiert. In einem Video habe ich die Tools von Cocoknits und Knools in eine Rangliste gebracht, von unverzichtbar bis Staubfänger. Cocoknits verkaufe und benutze ich seit vielen Jahren. Bewertet habe ich nicht, wie schön etwas ist. Schön sind sie alle. Mir ging es darum, was ich wirklich in Gebrauch habe.
Grundausstattung · Stricknadeln · Unverzichtbar · Sehr nützlich · Kein Muss · Sparen · Häufige Fragen
Die Grundausstattung
Mit diesen fünf Dingen kannst du dein erstes Projekt anfangen.
| Werkzeug | Wofür |
|---|---|
| Stricknadeln | Die Nadelstärke steht auf der Banderole, dem Papierband um das Knäuel. Fang mit dieser Stärke an. |
| Wollnadel | Eine stumpfe Nadel mit großem Öhr. Damit vernähst du Fäden und nähst Teile zusammen. |
| Schere | Zum Abschneiden des Fadens, zum Beispiel die AddiGoldmarie Handarbeitsschere. |
| Maßband | Für die Maschenprobe und um Länge und Breite zu messen. |
| Maschenmarkierer | Kleine Ringe, die du auf die Nadel oder ins Gestrick hängst. Sie zeigen dir zum Beispiel den Rundenbeginn. |
Wie du mit diesen Sachen die ersten Maschen strickst, zeige ich dir im Ratgeber Stricken lernen für Anfänger.
Welche Stricknadeln brauchst du?
Es gibt vier Arten von Stricknadeln:
- Gerade Nadeln für Schals und Teile, die du in Reihen strickst.
- Rundstricknadeln: zwei Spitzen, verbunden durch ein biegsames Seil. Damit strickst du in Runden, zum Beispiel Mützen und Pullover. Du kannst auf einer Rundnadel aber auch ganz normal in Reihen stricken. Dann wendest du nach jeder Reihe. Die Länge auf der Packung ist die ganze Nadel mit beiden Spitzen.
- Nadelspiel: fünf kurze Nadeln mit je zwei Spitzen, für kleine Runden wie Socken und Handschuhe. Wie das geht, steht im Ratgeber Socken stricken für Anfänger.
- Wechselnadeln: Spitzen und Seile, die du selbst zusammensteckst. So hast du mit einem Set viele Stärken und Längen.
Nadeln gibt es aus Holz und aus Metall. Probier aus, was dir besser liegt. Im Shop findest du unter anderem die AddiClassic Lace Rundstricknadel, die AddiNature Bamboo Rundstricknadel aus Bambus, das Nadelspiel AddiSock und das Wechselsystem AddiClick Basic.
Ein Tipp von mir: Seile von Wechselnadeln nehme ich auch, wenn ich Maschen stilllegen muss, also eine Weile ruhen lasse. Ich habe so viele davon, dass ich dafür nichts anderes brauche.
Meine unverzichtbaren Werkzeuge
Diese Sachen habe ich ständig in Gebrauch. Auf sie will ich nicht verzichten.
Maschenmarkierer, geschlossen und zum Öffnen. Die runden geschlossenen Colored Ring Stitch Markers habe ich seit vielen Jahren in Gebrauch. Die verschiedenen Farben helfen sehr, weil du zu jeder Wollfarbe einen passenden Markierer findest. Die Ringe passen auf Nadeln bis 9 mm. Ich nehme meistens die mittlere Größe. Sogar die Dose aus Pappe hält, obwohl ich sie unzählige Male auf- und zugemacht habe. Dazu kommen die Opening Colored Stitch Markers. Die kannst du öffnen und wieder herausnehmen, nachdem du etwas markiert hast. Mit diesen beiden bist du für alles ausgerüstet.
Wollnadel mit gebogener Spitze. Die Tapestry Needle ist für mich beim Zusammennähen unverzichtbar. Als Schneidermeisterin dachte ich lange, ich brauche so etwas nicht. Ich hatte ja meine geraden Sticknadeln. Dann habe ich sie aus der Not heraus benutzt, weil gerade nichts anderes da war. Inzwischen will ich die gebogene Spitze nicht mehr missen. Du kommst damit gut an kleine Rundungen und in Ecken, und auch bei festem Gestrick sticht sie sich leicht durch.
Reihenzähler. In meinen Videos sage ich gern, dass eine Strichliste auch reicht. Trotzdem habe ich mich so an den Row Counter gewöhnt, dass ich ihn nicht mehr missen möchte.
Makers Board für Strickschriften. Das Makers Board ist eine Mappe mit einer Magnetplatte. Ich wollte es am Anfang gar nicht haben, heute liebe ich es. Ich drucke die Strickschrift auf 90 Prozent aus, klippe sie fest und lege das Lineal unter die Reihe, die ich gerade stricke. So sehe ich immer sofort, wo ich bin. Auf die andere Seite kommt die Legende. Wie du eine Strickschrift liest, erkläre ich in Strickschrift lesen.
Wollwaschmittel und Wäschenetz. Ich wasche meine Stricksachen mit der Hand und schleudere nur in der Maschine nach. Ich bin empfindlich gegen Gerüche. Das Wool Care von Knools riecht ganz sanft, und die Teile riechen danach nicht tagelang nach Waschmittel. Zum Schleudern lege ich das Strickstück in ein Wäschenetz. Ohne geht es bei mir gar nicht. Mehr dazu in Wollpullover waschen.
Spannplatten und Spanndrähte. Den Knitters Block benutze ich inzwischen für alles Mögliche. Es sind Platten, die du wie Puzzleteile zu einer großen weichen Fläche zusammensteckst, längs oder quer. An den Kanten der Platten richtest du Säume und Abkettkanten gerade aus, ohne zu messen. Zusammen mit dem Spanndraht-Set von Knools ist er für mich unverzichtbar. Wie das Spannen geht, steht in Blocken, Spannen, Waschen.
Sehr nützlich
Zopfnadeln. Würde ich mehr Zöpfe stricken, wären sie für mich unverzichtbar. Ich nehme die kleine Curved Cable Needle aus Metall von Cocoknits und die etwas größeren aus Bambus von Knools. Wie du Zöpfe strickst, zeige ich in Zöpfe stricken.
Nadelmaß. Unverzichtbar ist es nicht. Wenn du keins hast, ist ein kleines Nadelmaß aber nützlich. Ich mag das von Knools: klein, leicht, und trotzdem ist alles drauf. Damit misst du die Stärke einer Nadel ohne Aufdruck und zählst auch die Maschenprobe aus.
Projekttasche. Der Kraft Caddy ist aus waschbarem Papier. Da passt eine ganze Menge rein, und die Tasche bleibt stehen, egal wo du sie hinstellst. Innen gibt es kleine Fächer für Schere und Nadeln. Meine habe ich schon dreimal gewaschen, einmal nach Kaffee. Sie wird weicher, bleibt aber stabil. Die Ledergriffe nimmst du vor dem Waschen ab.
Fusselkamm. Pilling, also kleine Knötchen auf der Oberfläche, entsteht umso mehr, je weicher und feiner eine Faser ist. Am besten rasierst du die Knötchen regelmäßig ab. Dafür ist der Fuzz Off Comb super, du gehst ganz flach darüber. Es gibt Ersatzklingen. Wie du dabei vorgehst, steht im Ratgeber Pilling entfernen.
Aufbewahrung für Nadeln. Wenn du gerade anfängst und deine ersten Nadeln zusammenstellst, lohnt sich eine Box mit Fächern. Die Nadelgarage von Knools ist so ein durchdachtes System. Ich bin durch meinen Beruf schon gut ausgestattet, sonst würde ich sie mir holen.
Schön, aber kein Muss
Das hier taugt alles. Ich brauche es nur selten oder komme ohne aus.
- Triangle Stitch Markers und andere Markierer: nett, wenn du Fan der Marke bist. Mit den zwei Markierern von oben hast du alles.
- Makers Keep: ein Klickarmband mit Magnetplatte für kleine Tools. Beim Stricken trage ich es selten. Nur der Reihenzähler klippt bei mir daran.
- Makers Clips, Project Wallet und Accessory Roll: hübsch, wenn du kleine Täschchen magst.
- Spannunterlage: aufgeklappt trocknet ein Pullover darauf von allen Seiten.
- Claw Clips: halten Teile für eine Anprobe zusammen. Als Schneiderin nehme ich dafür lieber lange Stecknadeln.
- Stitch Fixer: holt heruntergefallene Maschen wieder hoch. Das geht auch mit einer normalen Häkelnadel.
- Maschenstopper: halten die Maschen auf der Nadel, wenn du dein Strickzeug mitnimmst. Ich benutze sie nicht.
Was du dir sparen kannst
- Garnknipser: Er schneidet nur leidlich. Da ist jede Zwickschere besser. Kauf lieber gleich eine gute Schere.
- Kleines Maßband: Ich messe sehr viel. Dafür ist mir ein Mini-Maßband zu klein. Ich nehme ein großes Schneidermaßband.
- Nadellehre aus Kunststoff mit vielen Löchern: Das Messen fand ich damit sehr umständlich.
- Lederbänder zum Stilllegen: Gute Idee, aber dafür nehme ich die Seile meiner Wechselnadeln.
- Mohair-Bürste: Wäschst du Mohair oder Alpaka-Flausch mit einem guten Waschmittel, musst du nichts aufbürsten.
Schönes Werkzeug ist beim Stricken trotzdem ein großer Genuss. Wenn dir etwas davon gefällt, kauf es dir. Hier ging es nur darum, was ich wirklich benutze.
Häufige Fragen
Was braucht man zum Stricken als Anfänger?
Garn, Stricknadeln in der Stärke von der Banderole, eine Wollnadel, eine Schere und ein Maßband. Strickst du in Runden, zeigt dir ein Maschenmarkierer den Rundenbeginn.
Was ist eine Tapestry Needle?
Das ist eine Wollnadel: stumpf, mit großem Öhr, zum Vernähen und Zusammennähen von Strick. Die Tapestry Needle von Cocoknits hat eine gebogene Spitze. Damit kommst du leichter durch das Gestrick.
Wofür braucht man Maschenmarkierer?
Sie zeigen dir wichtige Stellen: den Beginn der Runde, eine Zunahme oder den Anfang eines Musters. Geschlossene Ringe hängst du auf die Nadel. Markierer zum Öffnen hängst du direkt ins Gestrick und nimmst sie später wieder heraus.
Rundstricknadel oder gerade Nadeln?
Mit einer Rundstricknadel kannst du in Runden und in Reihen stricken. Gerade Nadeln gehen nur für Reihen.
Braucht man einen Reihenzähler?
Nein, eine Strichliste auf Papier reicht. Ein Reihenzähler ist aber bequemer. Ich will meinen nicht mehr missen.
Alle Werkzeuge findest du unter Nadeln und Zubehör. Wenn du gerade erst anfängst, geht es weiter mit Stricken lernen für Anfänger.
